Was spielen wir heute Mama?

Diese Frage kennt nahezu jede Mama, jeder Papa. Und da ich mir immer viele Gedanken mache, was ich den Kindern, gerade an verregneten Tagen, “bieten” könnte, stellte ich fest, dass ich mir im Grunde genommen, immer viel zu viele Gedanken mache. Ein Kind wird in unserer heutigen Gesellschaft sowieso total überfüttert… mit Medien, wie Werbung, Computer &  Co, Konsolen etc. pp. Die Kinder wünschen sich was – jahaaa, auch meine – und zack haben sie’s im Kinderzimmer stehen. Ich ertappte mich teilweise selbst darin, meinen Kindern jegliche Wünsche von den Augen abzulesen und befand mich dann relativ schnell in einer Spirale, aus der ein schnelles Entkommen unmöglich war. Plötzlich hatte ich zickige und vor allem fordernde Kinder, die mit nichts mehr zufrieden zu stellen waren, die einfach alles haben wollten, alles materielle, was ihnen in den Sinn kam, forderten. Aber hey… sie waren ja nicht schuld daran, ich hatte es aus ihnen gemacht – das mag jetzt vermessen klingen, aber ich musste alles umstellen. Ich ging auf diverse Vorlesungen, Veranstaltungen etc.pp., um herauszufinden, was ein Kind wirklich braucht bzw. wie ein Kind wirklich spielt und das passiert mit den einfachsten Mitteln, was mir eigentlich auch vorher schon lange klar war, doch vernebelt durch die Medien – gefangen in einer Konsumwelt. Ich spürte – wir müssen da ausbrechen und so kam es, dass ich mich – auch durch die Begebenheit, dass mein Sohn nun in den Waldorfkindergarten ging – mich mit der Waldorfpädagogik auseinandersetzte. Mit einfachen Mitteln drehte ich nun den Spieß wieder um, aber so, dass es die Kids kaum merkten. Sie waren plötzlich viel besser gelaunt, hatten wieder Spaß am Spiel. Das Fordernde stellte sich sofort ein – nichts von dem vorigen Verhalten war mehr spürbar.

Plötzlich standen wir wieder in der Küche, backten Brot und Kuchen selbst, bereiteten die verschiedensten Gerichte mit Spaß und Freude zu.

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Aus Langeweile wurde phantasievolles Spielen!

Kinder müssen zweckfrei Spielen, Entdecken, Wahrnehmen können, denn nur so kann der Nachwuchs seiner Umwelt ohne Vorurteile begegnen. Auch der Kindergarten tut hierzu natürlich sein Bestes. Was ein Waldorfkindergarten an dieser Stelle anbietet, ist „lebenswichtig“ – es pflegt die Fantasie, die Vorstellungskraft, den Schöpferwillen, in dem er den Kindern Raum und Zeit schenkt. Lernen und Reifen durch Freude und Leben mit der Fantasie und nicht durch eine Bilderflut und vorgegebenen Einflüssen.

So sehe ich heute endlich alles viel entspannter. Ich lass die Kinder „Kinder“ sein und spiele nicht mehr den Alleinunterhalter, sondern lass‘ sie auch mal ausdenken, sich entfalten und spiele natürlich gern mit… wir spielen auch gern im Regen… natürlich mit Gummistiefeln und Regenklamotten.

Nach und nach gingen wir ohne schlechtes Gewissen das Kinderzimmer durch und es wurde entschieden aussortiert, was nicht mehr gebraucht wurde, wobei wir schon immer sehr auf Qualität bei den Kinderspielsachen achteten. Dennoch gab es einiges, mit dem die Kinder nicht einmal gespielt hatten, das wurde dann aussortiert oder manchmal sogar umfunktioniert. Zurzeit sieht es bei uns so aus: wenn die Kinder mal ein neues Spielzeug haben möchten, dann suche ich zuerst nach Vergünstigungen im Internet.

Mittlerweile ist die Konstruktions-Kugelbahn viel interessanter als so manches vorgegebene Spielzeug… und das freut mich sehr… und natürlich auch die Kids.

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Gianna

Journalistin und Mama von 3 Kindern - glücklich vergeben. Ich "denke anders" und stelle auch mal etwas in Frage. Ich verbringe ein Leben voller Wunder!!

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