Wann schlafen stillende Babys durch?

Diese Frage setzt viele stillende Mütter stark unter Druck. In den meisten Kulturen ist es zwar selbstverständlich, dass das Baby in den ersten Lebenswochen und -monaten auch nachts nach Bedarf gestillt werden, aber in unserer westlichen Kultur wird das nächtliche Durchschlafen der Säuglinge oft als ein Erziehungsziel angesehen.

Es wird oft versucht, Babys zu längeren nächtlichen Trinkpausen zu bewegen, allerdings nur mit viel Mühe und nervlichen Anstrengungen, die häufig ohne Erfolg sind.

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Bleibe selbstsicher und gelassen, auch wenn dein Baby nicht zu den wenigen Kindern gehört, die bald schon freiwillig eine längere Nachtruhe einlegen. Für das Neugeborene ist es anfangs nach ungewohnt, in regelmäßigen Abständen satt und dann wieder hungrig zu sein, da es während der Schwangerschaft ständig gleichbleibend mit Nährstoffen versorgt wurde.

Für den kleinen Organismus wären lange nächtliche Essenspausen eine große Überforderung. Wenn das Baby nach der Geburt noch längere Zeit braucht, bis es sich dem nächtlichen Schlafrhythmus seiner Eltern angepasst hat, entspricht es also der Natur. Es ist also in den ersten Lebensmonaten völlig normal, wenn das Baby nie länger als vier Stunden ununterbrochen schläft.

Stillen in der Nacht ist gut

Während der ersten Wochen ist das mehrmalige nächtlliche Stillen nicht nur für dein Baby wichtig, sondern auch für deine Brustdrüsen. Wir die produzierte Milch nicht getrunken, übersteigt die Menge schnell den vorhandenen Raum in den Milchbläschen (Alveolen) in deiner Brust. Solche langen Stillpausen führen deshalb oft zu folgenden Problemen:

  • Ein zu großer Milchvorrat führt dazu, dass die Brust zu prall wird und das Baby die Brustwarze nicht mehr richtig mit den Lippen zu fassen bekommt, was dann wieder wunde Brustwarzen und einen Milchstau provozieren kann.
  • Die Milchbildung wird eingedämmt, aufgrund mangelnder Nachfrage.

Lass dich von niemandem verunsichern! Bleibe ausdauernd und stille dein Kind auch in der Nacht nach seinem Bedarf. Mehrmaliges nächtliches Stillen garantiert die ausreichende Nachbildung der Muttermilch – gerade zu Beginn der Stillbeziehung.

Darf mein Kind bei mir im Bett schlafen?

Das nächtliche Stillen verläuft am ruhigsten, wenn du dein Baby bei dir im Bett schlafen lässt. So kannst du es einfach im Halbschlaf an dich heranziehen, sobald es Hunger hat. Natürlich kannst du so ganz einfach auch wieder einschlafen.

Manchmal machen sich junge Eltern Sorgen, dass ihr Baby nicht sicher genug im Elternbett ist. Doch es bestätigt sich immer wieder, dass schlafende Eltern in der Regel kein Risiko für das im gleichen Bett schlafende Baby darstellen.

Voraussetzungen für ein sicheres gemeinsames Schlafen im Elternbett:

  • das Baby schläft in Rückenlage
  • die Familie liegt auf einer festen Unterlage (keine Wasserbetten, Sofas oder weiche Matratzen)
  • das Gesicht des Babys wird nicht von losen Kissen oder Decken bedeckt
  • eine Überhitzung des Babys ist ausgeschlossen
  • die Eltern haben nicht geraucht und keinen Alkohol getrunken.

Die Anbringung eines sog. Baby-Balkons ermöglicht dir ebenfalls die ungehinderte Nähe zu deinem Baby. Damit hast du die Möglichkeit, dein Baby zu berühren, ihm nah zu sein, während ihr beide jeweils im eigenen Bett schlaft. Dieses besondere Babybett kann ohne großen Aufwand ganz einfach mit einer Halterung am Elternbett befestigt werden.

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Gianna

Journalistin und Mama von 3 Kindern – glücklich vergeben.
Ich „denke anders“ und stelle auch mal etwas in Frage. Ich verbringe ein Leben voller Wunder!!

Ein Gedanke zu „Wann schlafen stillende Babys durch?

  • 23. Januar 2017 um 16:55
    Permalink

    Deine Tipps kann ich unterstreichen. Auch wenn ich als Vater nicht selbst stille, kenne ich das natürlich von meinen Kindern und meiner Frau.

    Durchschlafen ist vor allem beim Stillen eher unnormal. Ruhe bewahren und die Zeit genießen. So sehe ich das.

    Wenn die Babys im Elternbett mit schlafen, wird es sowieso viel einfacher.

    LG

    Antwort

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