Vom Auskurieren und krank sein mit Kind(ern)

Auskurieren – nicht so einfach…

Welche Mama kennt das nicht – Zack – Kind krank – ganze Familie krank?

So sieht es momentan auch mal wieder bei uns aus. Winterzeit ist sowieso Erkältungszeit, aber die Hoffnung ist bekanntlich größer. Leider stecken sich die Kinder untereinander im Kindergarten oder in der Schule immer ganz schnell an und so ist es  auch bei uns passiert. Zuerst jammerte nur eins meiner Kinder über Halsschmerzen, später kam noch Husten und Fieber dazu. Natürlich musste ich insgeheim wieder „HIER“ schreien und schon konnte ich mein Fähnchen schwingen, ich hatte auch sofort Halsschmerzen und fühlte mich schlecht. Klar, mal wieder an einem Wochenende. Auf der anderen Seite auch halb so schlimm, denn die meisten Eltern haben die meisten Medikamente ja sowieso schon zu Hause. Am Wochenende haben wir dann viel geruht, soweit möglich, aber uns hat es so dermaßen erwischt, dass die paar Tage zum auskurieren nicht ausreichten. Auskurieren…. noch einmal langsam, zum Mitschreiben:

A U S K U U U U U R I E R E N … wie soll das gehen Bitteschön? Also ich meine, so als Mama? Geht das überhaupt – oder soll ich es lieber „über Wasser halten“ nennen? Ich weiß nicht, aber ich denke, das kommt der ganzen Situation näher. Näher als man denkt. Es gibt Situationen, da würde ich mich am Liebsten in mein Bett verkriechen, Decke drüber und warten, bis alles vorbei ist, aber nein… Moment, da hat sicher gleich jemand Hunger oder Durst… oh, die Flasche ist zu fest zu.. ach ja stimmt!

Nein, ich will mich hier nicht über meine Kinder auslassen – keineswegs – sie können ja auch nichts dafür, wenn sie – oder ich – krank werden – ich möchte nur aufzeigen, falls es noch nicht angekommen ist, dass man sich als Mutter doch gar nicht auskurieren kann – oder doch?

Jedenfalls am nächsten Werktag schnell einen Termin beim örtlichen Hausarzt vereinbart – ich brauchte ja eine Krankmeldung für den Chef – legitim! Passt. Eine Stunde später – mit einem Kind im Schlepptau – warten! Im Wartezimmer! Überall Kranke! Überall hustest’s – niest’s – jammert’s – weint’s… auweia, nicht gerade die optimale Umgebung für mich und auch nicht für’s ohnehin schon kranke Kind. Endlich rein zum Arzt, zack untersucht und schwupps – ganz schnell wieder zurück ins warme Heim… natürlich zu Fuß. Das Kind am Jammern, ist ja klar, es ist kalt und ausserdem ist es krank… muss aber raus und hach, du kennst es!

Daheim angekommen, erstmal was bequemes anziehen. Krankes Kind hat nun Hunger. Ok, keine Pause, erstmal das Kind mit essbarem versorgen, das verschafft fünf Minuten… Die verbringe ich dann auf der Toilette – warum? Weil ich muss…. Nun ist das Kind fertig mit essen und möchte etwas spielen, weil es ja sooooo langweilig ist. Hm… ähm ja… Glücklicherweise hatte das Kind in dem Moment Gnade mit mir, es durfte auf dem Tablet spielen und ich konnte mich etwas ausruhen.

Mittagszeit – Schluss mit lustig. Das andere Kind kommt nämlich jetzt heim – schnell etwas zu mittag auf den Tisch zaubern. Das Kind kommt zur Tür rein und hat keinen Hunger – schade, umsonst gekocht. Nicht schlimm, da kommt nämlich gleich noch das dritte Kind und isst das vom ersten und zweiten Kind gleich mit auf. Puh… Geschafft.

Dann gehts an die Hausaufgaben. Das kranke Kind bekommt die Hausaufgaben zur gleichen Zeit gebracht und ja, ich muss organisieren, wer zuerst Hausaufgaben macht und ja, ich bin dabei, das kranke Kind braucht Hilfe. Am Nachmittag sind wir mit allem ziemlich fertig, mit den Hausaufgaben und mit den Nerven. Dann kommt auch schon der Mann heim. Auch krank. Jippieh! Der Gute legt sich erstmal hin – verständlich – ist kaputt und krank!

Ich räume noch etwas Kram hin und her, statt auf und mache mich dann ans Abendessen. Jetzt muss das kranke Kind noch etwas für die Schule lesen und die anderen beiden Kinder brauchen Unterschriften, für irgendwelche Veranstaltungen in der Schule. Okay, alles der Reihe nach… oh, der Wäschetrockner piept. Ja, ich hole die Wäsche später hoch, natürlich wird sie dann verknittert sein, so dass ich später doppelte Arbeit haben werden, weil sie so niemand anziehen kann…

Abendessen ist vorbei, kurze Verschnaufpause …

Bettfertig machen – Zähneputzen, Kindern lieb über die Köpfe streicheln, ihnen kurz mitteilen, dass ich ihnen keinen Kuss auf den Mund geben kann – weil krank – und ab ins Bett. Die beiden Großen dürfen noch wachbleiben, also wieder nur eine kurze Verschnaufpause.

Wenn ich dann das letzte Kind im Bett habe, falle ich auch in meins…. auskurieren… vielleicht etwas – im Schlaf!

Verschnupfte Grüße….

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Gianna

Journalistin und Mama von 3 Kindern - glücklich vergeben. Ich "denke anders" und stelle auch mal etwas in Frage. Ich verbringe ein Leben voller Wunder!!

Ein Gedanke zu „Vom Auskurieren und krank sein mit Kind(ern)

  • 9. Juni 2017 um 14:58
    Permalink

    Eine sehr plastische Beschreibung. Der Artikel drückt in lebhafter Weise den „ganz normalen Wahnsinn“ aus, den Mütter im Alltag zwischen Job und Familie mit kleinen Kindern stemmen müssen. Da bleibt eben keine Zeit für’s Auskurieren. Die Grippe kann sich erst mal hinten anstellen…

    Einfach aus dem wahren Leben. Sehr schön geschrieben!

    Antwort

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