Der Milcheinschuss

Nach der Geburt verändert sich die Zusammensetzung und die Menge der Milch etwa zwischen dem zweiten und sechsten Tag und es entsteht nach einer Übergangsphase die reife Muttermilch. Diese Umstellung wird als „Milcheinschuss“ (initiale Brustdrüsenschwellung) bezeichnet, der Übergang von Kolostrum zur reifen Milch verläuft allmählich, sodass das Wort „Milcheinschuss“ einen falschen Eindruck vermittelt.

Durch das starke Anschwellen der Brust leiden manche Frauen unter Rötungen, Wärmegefühl und Berührungsempfindlichkeit, was oft ein klares Zeichen des Milcheinschusses darstellt.
Durch die vermehrte Durchblutung und die zusätzliche Lymphflüssigkeit in der Brust entstehen diese Begleiterscheinungen. Viele Frauen denken aber, diese „Nebenwirkungen“ kämen davon, weil die Brust übermäßig mit Milch gefüllt wäre. Dies ist ein Trugschluss, den das Wort „Milcheinschuss“ oft nach sich zieht.

Jeder Milcheinschuss wird anders erlebt. Manche Frauen, gerade die, die ihr Baby von Geburt an öfter anlegen, erleben ihn als mild, wieder andere haben ein starkes Druckgefühl. Doch auch wenn du keine Beschwerden spürst, heißt das nicht, dass du nicht genug Muttermilch produzierst. Keine Sorge. Jeder Milcheinschuss wird anders empfunden.

Zur Linderung des schmerzhaften Milcheinschusses kann ich nur raten: Stille dein Baby, sooft es dies möchte. Ist deine Haut stark gespannt, kann sich die Brustwarze nicht richtig aufstellen und dein Baby könnte Schwierigkeiten haben, die Brust zu erfassen. Deshalb ist es ratsam, kurz vor Stillbeginn eine warme Kompresse auf die Brust aufzulegen und etwas Milch aus der Brust zu streichen. Das macht den Warzenhof weicher und somit zugänglicher für das Baby.

Um die Brustschwellung zu reduzieren, kannst du deine Brust direkt nach dem Stillen mit Quarkkompressen kühlen.

Solltest du dir weiterhin Sorgen machen, scheue dich nicht, deine Hebamme oder eine Stillberaterin zu kontaktieren, denn diese können dich fachkundig unterstützen.

Was ist eine Quarkkompresse?

Mit einer Quarkkompresse bekommst du eine Brustschwellung gut in den Griff. Hierfür benötigst du eine Mullwindel, die du auf einer Fläche von ca. 10 x 20 cm mit Magerquark bestreichst. Diesen solltest du ca. ein bis zwei Zentimeter dick auftragen. Dann faltest du die Windel und legst sie so auf die Brust, dass eine Schicht Stoff zwischen der Haut und dem Quark liegt, so musst du den Quark später nicht abwaschen. Ist der Quark eingetrocknet, kannst du die Kompresse abnehmen. Der Quark sollte kühl sein, aber nicht eiskalt.

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Gianna

Journalistin und Mama von 3 Kindern - glücklich vergeben. Ich "denke anders" und stelle auch mal etwas in Frage. Ich verbringe ein Leben voller Wunder!!

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