Beikost: Das Baby verlangt nach mehr

Um den sechsten Monat herum zeigt dein Baby wahrscheinlich Interesse an anderer als nur flüssiger Nahrung. Es beobachtet vielleicht andere Personen genau beim Essen, versucht, nach anderer Nahrung zu greifen, und scheint an der Brust nicht mehr satt zu werden.
Wenn dein Baby auch allein, eventuell etwas gestützt, sitzen und gezielt Gegenstände zum Mund führen kann, solltest du ihm Beikost anbieten, also Nahrung, die zusätzlich zur Muttermilch gegeben wird. Die neue Nahrung sollte langsam und in kleinen Mengen eingeführt werden, um das kindliche Verdauungssystem nicht zu überfordern.
Wichtig ist: Zufüttern ist nicht gleich abstillen! Stille dein Kind ungefähr ein halbes Jahr (oder länger) ausschließlich und fange dann an, langsam Beikost anzubieten. Muttermilch sollte das Hauptnahrungsmittel im ersten Lebensjahr sein.

Vollstillen auch im zweiten Lebenshalbjahr?

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Auch wenn immer wieder das Gegenteil behauptet wird: Neuere Studien kommen zu dem Schluss, dass gesunde Kinder auch länger als sechs Monate lang ausschließlich gestillt werden können, ohne dass Nährstoffmängel auftreten.
Kinder aus Allergikerfamilien sollten ohnehin mindestens sechs Monate und länger voll gestillt werden und vor dem zweiten Lebensjahr auf keinen Fall Kuhmilchprodukte bekommen.

Mittags oder abends: Wann gibt es den ersten Brei?

Die Mahlzeit, zu der Beikost gegeben wird, sollte gut in den Tagesablauf der Familie passen, und auch das Baby sollte ausgeruht und aufnahmebereit sein. Ein waches, gut gelauntes Kind hat sicher mehr Freude an den ersten Essversuchen als ein müdes, abgespanntes Baby.
Die Beikostmenge, die ein Baby pro Mahlzeit isst, kann individuell sehr unterschiedlich sein. Manche Kinder beginnen mit einem Teelöffel pro Mahlzeit und steigern diese Menge nur ganz langsam, andere essen von Anfang an einen ganzen Teller oder ein Gläschen leer.
Biete deinem Kind nach der Beikost die Brust an, damit es genügend Nahrung bekommt und deine Milchproduktion aufrechterhalten bleibt. Wenn dein Kind sehr unruhig ist und nicht auf die Beikostmahlzeit warten kann, stille es erst einmal, und biete ihm dann die festere Nahrung an.

Welcher Brei darf es sein?

Gib deinem Kind als erste Breikost leicht verdauliche Nahrungsmittel wie Kohlrabi-, Blumenkohl-, Brokkoli- oder Kürbismus, pürierte Kartoffeln oder Pastinaken. Karotten werden von manchen Babys nicht gut vertragen.
Führe Karotten nicht als erstes oder zweites Gemüse ein, wenn in der Familie Unverträglichkeit auf Karotten vorkommt. Die Auswahl an anderen, besser verträglichen Gemüsen ist groß genug.
Hat dein Baby Gemüse als ersten Brei gut akzeptiert, kannst du ihm Obstpüree, z.B. aus Äpfeln mit niedrigem Fruchtsäuregehalt, Birnen oder Melone anbieten. Bei empfindlichen Kindern sollte Obst vorsichtshalber erst schonend gedünstet und erst nach einer gewissen Gewöhnung roh gegeben werden. Die Entscheidung, ob du deinem Baby auch Fleisch geben willst, sollte sich nach den Essgewohnheiten deiner Familie richten.
Lass dich durch die Empfehlungen der Babykosthersteller nicht unter Druck setzen. Der gestiegene Eiweißbedarf des Babys kann auch ohne Fleisch gedeckt werden, nämlich durch Getreide, Kartoffeln, Gemüse, Samen und Muttermilch.
Im zweiten Lebensjahr können Hülsenfrüchte und Milchprodukte eingeführt werden. Wenn die Nahrungsmittel auf bestimmte Weise kombiniert werden, ist die ausreichende Versorgung mit Eiweiß, Eisen und Kalzium sichergestellt.

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Gianna

Journalistin und Mama von 3 Kindern - glücklich vergeben. Ich "denke anders" und stelle auch mal etwas in Frage. Ich verbringe ein Leben voller Wunder!!

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